Chronik des pastoralen Prozesses

Alle zwei Monate erscheint ein kurzer Bericht über die Arbeit des Pastoralausschusses und den Stand des pastoralen Prozesses.
Dezember 2019

Wo zwei oder drei versammelt sind… da scheint was los zu sein!

Der Pastoralausschuss ist auf dem Wege zu einem „Pastoralkonzept“, in dem als „Leitbild“ oder „Vision“ Konturen und Schwerpunkte für unsere künftige Pfarrei definiert werden sollen. Folgende Aspekte zeichnen sich ab, ohne dass dazu bereits Beschlüsse gefasst wurden:

Das Prinzip der Subsidiarität soll gelten: Was vor Ort sinnvoll und machbar ist und „gut funktioniert“, soll in den einzelnen Gemeinden angeboten werden, während anderes zentral bleiben bzw. werden muss.

An jedem Standort soll es weiterhin mindestens einen sonntäglichen (Wort-)Gottesdienst geben; die generationenübergreifende Glaubensweitergabe und die Feier der Sakramente soll in der Regel weiterhin dezentral erfolgen, aber auch zentral möglich sein (z.B. Firmung).

Vor allem für Jugendliche und Kinder ist es wichtig, sich wohnortnah in ihrer Kirche zu Hause zu fühlen.

Über zentrale Feiern für die gesamte Pfarrei („konkurrenzlos“) an wechselnden Standorten sollen das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und die Vernetzung erleichtert werden. Fahrten- und Reiseangebote sollen für Interessentinnen und Interessenten aus der gesamten Pfarrei offen sein, geistliche Gemeinschaften, Gruppen und Verbände könnten sich für die ganze Pfarrei öffnen.

Die Leitung der Pfarrei soll, unbeschadet der Letzt- und Gesamtverantwortung des Pfarrers, durch ein Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen erfolgen – sowohl auf pastoraler als auch auf verwaltungstechnischer Ebene. Die Verwaltung wird zentralisiert, dezentrale „Kontaktbüros“ bleiben bestehen.

Ein entscheidender Faktor für das Gelingen ist eine ausgeprägte Kommunikationskultur nach innen und außen; Stichworte: Pfarreisoftware, Cloud, Ehrenamtsbüro, gute und übersichtliche Öffentlichkeitsarbeit (gemeinsame website/Pfarrbrief), Ökumene etc.

Die zahlreichen und vielseitigen Tätigkeiten der Ehrenamtlichen sollen stärker gewürdigt und besser miteinander vernetzt werden. Die Freude am Miteinander muss kommuniziert werden, um neue Mitarbeitende (die nächste Generation) zu gewinnen.

Ein Schwerpunkt soll auch weiterhin der Dienst „an den Rändern“ sein, z.B. an Orten kirchlichen Lebens (Kita, Schule), Alten- und Krankenseelsorge, Suppenküche, Caritaseinrichtungen, etc.

Im Zusammenhang mit den aktuellen und zukünftigen Wohnungsbaumaßnahmen in Spandau soll die Willkommenskultur der Pfarrei gestärkt werden, durch konkrete Maßnahmen soll das Wort Gottes nach „außen“ getragen werden (neue Formen religiöser Bildung ausprobieren; Citypastoral; ….)

Die Weiterarbeit am Pastoralkonzept erfolgt in vier thematischen Arbeitsgruppen des Pastoralausschusses:

  1. Jugend, Familie und Kinder
  2. Senioren
  3. Liturgie und Spiritualität
  4. Kirche in der Welt/ Diakonisches Handeln

Außerdem geht die Arbeit der Arbeitsgruppen „Öffentlichkeitsarbeit“ und „Finanzen und Verwaltung“ weiter:

Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit wird weiter an einem Konzept für einen gemeinsamen Pfarrbrief gearbeitet. Bezüglich der künftigen Homepage ist vorgesehen, die vom Erzbistum eingeführte Verwaltungs-Software für Kirchengemeinden „ChurchDesk“ zu nutzen, die ein Modul zur Erstellung einer Website direkt aus ChurchDesk heraus enthält.

Themen der AG Finanzen und Verwaltung sind u.a. die mittel- und langfristige Planung von Investitionsbedarfen der neuen Pfarrei, Personalplanung und Konzeption des zentralen Verwaltungsbüros und der verwaltungsmäßigen Abläufe.

Dr. Monika Schattenmann / Franz-Josef Esser

Muttersprachliche Gemeinden

Gottesdienste der kroatischen muttersprachlichen Gemeinde in Berlin fanden seit rund 40 Jahren in der Kirche St. Marien am Behnitz in Spandau statt. Auf Anweisung des Erzbischöflichen Ordinariats ist die kroatische Gemeinde jetzt nach Siemensstadt "umgezogen". Die heilige Messe in kroatischer Sprache findet dort jeden Sonntag um 9.30 Uhr in der St.-Joseph-Kirche statt.

Die Gottesdienste der „deutschsprachigen“ Gemeinde Maria, Hilfe Christen in Spandau – Messfeiern, Andachten, Beichtgelegenheit, Rosenkranz – sind jedoch weiterhin zu den gewohnten Zeiten in der Behnitzkirche.

Die polnischsprachige Gemeinde trifft sich sonntags um 11.00 Uhr und mittwochs um 18.30 Uhr zur Messfeier in der Kirche Maria, Hilfe der Christen. Mittwochs probt dort im Gemeindehaus auch der polnischsprachige Chor.

Oktober 2019

Kirchenbilder und Visionen – Auftakt zum Pastoralkonzept

Mehrere Stunden Zeit nahmen sich die Mitglieder des Pastoralausschusses am 10. August, um in die Arbeit am Pastoralkonzept unserer künftigen Pfarrei zu starten. Sie trafen sich unter dem Motto „Kirchenbilder und Visionen“ von 10 bis gegen 15 Uhr im Gemeindezentrum von St. Konrad von Parzham in Falkensee. Die Leitung hatte Oliver Maaß von der „Servicestelle Prozessbegleitung“ im Ordinariat des Erzbistums Berlin.

Oliver Maaß brachte ein Planspiel mit, mit dem wir in Untergruppen die Gemeindestruktur bedenken und abbilden konnten: Personen, Rollen, Gruppen, Gebäude, aber auch und vor allem unverzichtbare Felder und Basisangebote des Gemeindelebens, von der Feier des Gottesdienstes über die Evangelisierung bis zur Sorge für die Hilfsbedürftigen. Die Diskussionen in den Gruppen und die Ergebnisse zeigten, dass in der neuen Pfarrei Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen von Kirche und Gemeinde zusammenkommen, die die Akzente des Kirche-Seins durchaus sehr verschieden betonen. Das wird ein spannender Prozess des Zusammenwachsens. Das Motto dazu benannte eine der Arbeitsgruppen: „Mit Heiligem Geist und Herz!“

Das Zusammengetragene wird jetzt gebündelt den Arbeitsgruppen des Pastoralausschusses übergeben, die dann die einzelnen Kapitel des Pastoralkonzepts erarbeiten werden. Aus dem Pastoralkonzept ergibt sich das Profil, die inhaltliche Ausrichtung der künftigen Pfarrei. Es wird nach Fertigstellung mit dem Erzbischöflichen Ordinariat besprochen. Ab voraussichtlich Mitte 2020 geht es dann um die Entwicklung der Pastoralstruktur der künftigen Pfarrei. Die Pfarreien und Orte kirchlichen Lebens klären gemeinsam die notwendigen Struktur-, Finanz- und Personalfragen, um das Konzept umsetzen zu können. Auch die Wahl einer Pfarrpatronin oder eines Pfarrpatrons könnte vom Profil des Pastoralkonzepts beeinflusst sein. Am 1. Januar 2022 sollen die drei Pfarreien St. Konrad (Falkensee), Maria, Hilfe der Christen (Spandau) und St. Joseph (Siemensstadt) sich zu einer neuen Pfarrei zusammenschließen.

Neben der Arbeit am Pastoralkonzept sind zwei Arbeitsgruppen des Pastoralausschusses mit Sonderaufträgen tätig: die AG Öffentlichkeitsarbeit kümmert sich bereits um eine gemeinsame Homepage, einen gemeinsamen Pfarrbrief und geeignete Formen der Binnenkommunikation, die AG Finanzen und Verwaltung ist mit einer Bestandsaufnahme der beteiligten Pfarreien beschäftigt und bereitet die notwendigen rechtlichen Schritte zur Fusion vor.

Franz-Josef Esser

Was ist ein Pastoralkonzept?

Das Erzbistum beschreibt Sinn und Ziel des pfarrlichen Pastoralkonzepts wie folgt: Ein Pastoralkonzept ist eine schriftliche Vereinbarung darüber, wie sich das Leben der Kirche in der zukünftigen Pfarrei gestalten soll. Bei seiner Erstellung wird versucht, Antworten auf weiterführende Fragen der Pastoral zu finden: Was bewegt die Menschen in unserem Umfeld? Welchen Herausforderungen wollen wir uns stellen? Welche Zielgruppen nehmen wir besonders in den Blick? Was werden Schwerpunkte unserer Arbeit sein und welche Dinge werden wir nicht mehr tun? Wo suchen Menschen in unserer Umgebung nach Hilfe und nach Stärkung im Glauben? Wie wollen wir in einem Pastoralen Raum künftig Menschen im Glauben begleiten? Wie werden Gemeinden und Orte kirchlichen Lebens sich künftig vernetzen können?
Das Pastoralkonzept möchte den Blick weiten. Es nimmt das Leben der künftigen neuen Pfarrei mit ihren Gemeinden und Orten kirchlichen Lebens kritisch in den Blick und versucht, auf die Zeichen der Zeit Antworten zu geben und konkrete Maßnahmen festzulegen. Dabei macht es Aussagen zur Zusammenarbeit und Umsetzung der Schwerpunkte unter Berücksichtigung der personellen und materiellen Möglichkeiten.

August 2019

„Verbindliche Kooperation“ ‑ Erstes Treffen der Pastoralen Räume Spandau-Nord/Falkensee und Spandau Süd

Im Herbst 2017 hatte das Erzbistum Berlin entschieden, im Raum Spandau/Falkensee zwei Pastorale Räume zu bilden und diesen Räumen eine „verbindliche Kooperation“ aufzutragen. Nachdem sich nun auf beiden Seiten die Gremien für die dreijährige Entwicklungsphase konstituiert hatten, trafen sich am 16. Mai 2019 die Steuerungsgruppen der beiden Räume mit Vertretern des Erzbistums.

In einer konstruktiven Atmosphäre berichteten die Gremien über den Stand ihrer Beratungen. Der Raum Spandau und damit die beiden Pastoralen Räume haben eine gemeinsame geschichtliche Entwicklung und bilden gemeinsam das Dekanat Spandau. Allerdings werden spätestens Ende 2020 die Dekanate im Erzbistum Berlin aufgelöst, so dass zur Fortführung einiger Projekte neue Strukturen gefunden werden müssen.

Gemeinsamkeiten – bestehend oder anzustrebend ‑ werden in den folgenden gemeindlichen Arbeitsfeldern gesehen. Sie sollen in den Gremien beider Pastoraler Räume beraten werden.

  • Liturgie und Kirchenmusik
    • Bekanntgabe aller Messzeiten in allen Gemeinden Spandaus
    • gemeinsam getragene Sonntagabendmesse
    • Beichttage vor Weihnachten und in der Fastenzeit
    • Sternsinger-Aktion: Besuch beim Bürgermeister 
    • Fastenpredigten mit Kanzeltausch
    • Gemeinsame Fronleichnamsprozession
    • Gräbersegnung auf dem Friedhof "In den Kisseln"
    • Fortsetzung der Dekanatskonzerte der Kirchenchöre
    • gemeinsamer Chor (Falkensee und St. Markus)
  • Seelsorge und Bildung
    • Gemeinsame, pfarrübergreifende Jugendarbeit
    • Katholische Bernhard-Lichtenberg-Schule
  • Öffentlichkeit und Gemeinwesen
    • Vertretung der katholischen Kirche gegenüber dem Bezirk, den Kommunen und den Evangelischen Kirchenkreisen
    • Präsenz der katholischen Kirche bei Mahnwache, Pogrom-Gedenken, Anti-Demo gegen Rechts o.ä.
    • Verantwortung für „Laib und Seele“ in St. Wilhelm, Suppenküche in Spandau-Nord
    • gemeinsame Domain für eine gemeinsame Internetpräsenz
    • Überprüfung der Grenzen der Pastoralen Räume, ggf. Anpassung zugleich mit der Gründung der neuen Pfarreien
  • City-Pastoral
    • Präsenz der katholischen Kirche in der Spandauer Altstadt, evtl. mit dem Caritasverband
    • Markus Weber (Erzbistum Berlin) wies darauf hin, dass jeder Pastorale Raum im Personalplan eine halbe „Schwerpunktstelle“ zur Verfügung gestellt bekommt, die für die City-Pastoral raumübergreifen eingesetzt werden kann, wenn diese in den Pastoralkonzepten als gemeinsamer Schwerpunkt definiert ist.
  • Kommunikation zwischen den Räumen
    • Pastoralkonvent und Konvent der Geistlichen sollten weiter bestehen bleiben.
    • Nach Auflösung der Dekanate könnten die beiden Pfarrer der Pastoralen Räume (jährlich abwechselnd) als Ansprechpartner für Kommune und Ökumene fungieren.
    • Auch der Dekanatsrat sollte unter anderem Namen weiter bestehen.

Dies alles soll jetzt in den Gremien der beiden Pastoralen Räume beraten werden. Im Frühjahr 2020 wird in einem nächsten Treffen gemeinsam darüber weiter gesprochen.

Unser Pastoralausschuss im Pastroralen Raum Spandau-Nord /Falkensee hat inzwischen mit den Vorarbeiten für ein Pastoralkonzept begonnen. Ein gemeinsamer Klausurtag im August ist dem Thema „Visionen. Kirchenbilder“ gewidmet.

 

„Einsatzplan Pastorales Personal“

Das Erzbistum teilte Pfarrer Thorsten Daum jetzt die Personalausstattung – den „Einsatzplan“ ‑ mit, mit der die neue Pfarrei voraussichtlich rechnen kann.

Planungsgrundlage sind in unserem Pastoralen Raum: 16300 Katholiken, 8 Kirchen, 8 Gottesdienstorte, 3 Kitas, 2 Krankenhäuser und eine katholische Grundschule; außerdem findet polnischer Gottesdienst statt.

Der Plan sieht für die neue Pfarrei vor:

  • drei Stellen für Priester mit jeweils 100 %: den Pfarrer und zwei Pfarrvikare;
  • zwei Stellen der „Grundpastoral“ mit jeweils 100%, die durch Gemeindereferentin oder Gemeindereferent, Diakon etc. besetzt werden können;
  • eine Stelle der „Schwerpunktseelsorge“ (50% allgemein und 50% Jugendseelsorge), der allgemeine Teil ist frei verfügbar, je nach Schwerpunktsetzung im Pastoralplan;
  • eine Stelle (50%) für die Krankenhausseelsorge;
  • eine Verwaltungsleiterin/ein Verwaltungsleiter (50%).

Hinzu kommen „technische Stellen“ wie Mitarbeitende im Pfarrbüro, Küster/Hausmeister, Kirchenmusiker, zu denen noch nichts mitgeteilt wurde.

Bericht: Franz-Josef Esser

 

Außerdem: Fronliechnam 2019 – gemeinsam im pastoralen Raum

Juni 2019

„Meilenstein-Gespräch” zwischen Erzbistum und pastoralem Raum

Das erste Jahr der Entwicklungsphase auf dem Weg zu einer gemeinsamen Pfarrei ist vorüber. Am 16. Februar 2019 hatten die Arbeitsgruppen unseres Pastoralausschusses ihre Ergebnisse zusammengetragen. Diese wurden ans Erzbistum weitergeleitet, und am 11. April traf sich der Steuerkreis des Pastoralausschusses mit Vertretern der Prozessbegleitung „Wo Glauben Raum gewinnt“ und Vertretern aus dem Bereich Sendung des Erzbischöflichen Ordinariats (EBO). Das waren Markus Weber (Leiter der Servicestelle „Projekte und Prozesse“), Christopher Maaß (Prozessbegleitung), Hermann Fränkert-Fechter (Bereich Pastoral, stellvertretender Bereichsleiter) und Peter Kloss-Nelson (Personal – Sendung, Einsatz und Begleitung).

Man nennt solche Gespräche dort „Meilenstein-Gespräche“. Es wurde Rückblick gehalten auf das erste Jahr der Entwicklungsphase, und wir haben Aspekte für ein Pastoralkonzept besprochen. Denn dessen Erarbeitung ist Aufgabe für das zweite Jahr der Entwicklungsphase. Am Ende, im Herbst 2020, sollen im Pastoralkonzept die Prioritäten und Schwerpunkte der neuen, gemeinsamen Pfarrei dargestellt werden, es sollen die „Gemeinden“ benannt werden, aus denen die Pfarrei bestehen soll, und es wird ein Vorschlag gemacht, welche Heilige oder welcher Heilige Pfarrpatronin oder Pfarrpatron werden soll. Das Ganze wird in einem weiteren „Meilensteingespräch“ besprochen.

Im dritten Jahr geht es dann um die Entwicklung der Pastoralstruktur der künftigen Pfarrei. Die Pfarreien und Orte kirchlichen Lebens klären gemeinsam die notwendigen Struktur-, Finanz- und Personalfragen. Voraussichtlich am 1. Januar 2022 sollen die drei bisherigen Pfarreien St. Konrad von Parzham (Falkensee), Maria, Hilfe der Christen (Spandau), St. Joseph (Siemensstadt/Haselhorst) und die Gemeinde St. Johannes d. Täufer (Dallgow-Döberitz, Pfarrei St. Marien, Brieselang) zu einer einzigen neuen Pfarrei werden.

Franz-Josef Esser

April 2019

Arbeitsgruppen präsentieren ihre Ergebnisse

Der Pastoralausschuss hatte im vergangenen Jahr sechs Arbeitsgruppen gebildet, die unterschiedliche Felder der Gemeindearbeit mit Blick auf die Zukunft beleuchtet haben. Auf einem Studientag am 16. Februar im Pfarrsaal von St. Stephanus (Haselhorst) informierten sich die Gruppen gegenseitig („Was ist besonders? Was fehlt wo? Was wären weitere Wünsche?“) und diskutierten die „weiteren Wünsche“ auf dem Weg zu einer gemeinsamen Pfarrgemeinde. Hier kurze Blitzlichter aus den Berichten der einzelnen Arbeitsgruppen:

AG Diakonisches Handeln

Stärken

Diverse kirchliche Angebote für sozial Benachteiligte, das Caritas Beratungshaus konzentriert in Spandaus Zentrum; gemeindeeigene Kitas und katholische Grundschule in Spandau; St. Elisabeth Seniorenheim; gute Vernetzungen, ehrenamtliches Engagement in der Senioren-, Kinder-, Jugendarbeit

Schwächen

Zu wenige dezentrale Angebote; „Stadt-Land-Gefälle“ zwischen Umlandgemeinden und der Großstadt; „geschlossen“ wirkende Gruppen erschweren die Kommunikation innerhalb und zwischen den Gemeinden.
Es fehlt eine professionelle und beständige Koordinierungsstelle „Ehrenamt“; zu wenige geschulte Ehrenamtliche; zu wenig Angebote für Jugendarbeit (Flächen und Personal); aktuell fehlt ein/e Jugendseelsorger/in im pastoralen Raum.

Chancen

Klar definierte Kommunikationswege, Transparenz gegenüber allen Gemeindemitgliedern; Generationenübergreifende Arbeit, „sorgende Gemeinschaften“, quartiersnah und „Rund um den Kirchturm“
Imagepflege für die Kirche / Zeugnischarakter auch als Arbeitgeber; Fundraising für soziale Projekte; wünschenswert: Stadtteilcafés / Kirchenkulturcafés direkt in einem der Neubaugebiete

Risiken

Fehlendes Fachpersonal (in Gemeinde, Kitas, Pflegeheim, Caritas-Beratungsstelle); mehrheitlich "kirchenferne" Zuziehende und evtl. "sozial Benachteiligte" ohne Bereitschaft und Fähigkeit zum Engagement; Verluste an Ehrenamtlichen durch Generationenwechsel
Bestehendes (Negativ-) Image der Kirche als Arbeitgeber und „moralische Instanz“ in der Öffentlichkeit

AG Finanzen / Verwaltung

Ressourcen im Pastoralen Raum, verteilt über die Kirchengemeinden

7 Gottesdienstorte, 2 Kitas (mit 55 und 68 Plätzen), 1 Seniorenheim (mit 44 Plätzen), 14 Wohnungen, 1 Baugrundstück, 5 Pfarr-/Gemeindehäuser mit zahlreichen Gemeinderäumen und zugehörigen Grundstücken; finanzielle Gesamtsituation aller Kirchengemeinden kann lt. Gutachten (2015) als ausreichend gelten. Aufbau von Rücklagen ist notwendig.

Fragestellungen

Welcher Nutzen wird (Ist-Zustand), soll (Pastoralkonzept) und kann (Analyse) mit den jeweiligen Ressourcen verfolgt werden (Effektivität)? Wie kann der Nutzen durch einen verbesserten Einsatz der Ressourcen vergrößert werden (Effizienz)? Werden die Ressourcen richtig eingesetzt, welche Alternativen sind denkbar? Wo und wie können die Ressourcen an die Zielstellung des Pastoralkonzeptes angepasst werden?

Aufgabe

Raumkonzept für den Pastoralen Raum entwickeln, das sich am Pastoralen Konzept und der Aufgabenverteilung auf die einzelnen Standorte orientiert.

AG Katechese/ Weitergabe des Glaubens

Es finden statt

Feier von Erstkommunion und Firmung, Fronleichnamsprozessionen, Katechesen und Exerzitien (neokatechumenaler Weg), Katechesen in den Kitas, z.T., umfangreiche Jugendarbeit (freie Jugendarbeit und DPSG, St. Marien und St. Konrad), z. T. große Ministrantengruppen, Kolpingsfamilien in zwei Pfarreien, Bibelkreise; „St.-Martins- Feiern“ werden ökumenisch begangen; Religionsunterricht an vielen Schulen; ökumenische Zusammenarbeit an mehreren Standorten

Wünschenswert

Angebote in Pfarreien koordinieren und gegenseitig in Anspruch nehmen; Kinderkatechese ist wichtig; an „großen Löchern“ in der Jugendarbeit arbeiten, auch jenseits von Erstkommunion und Firmung; Freizeiten für Jugendliche gemeindeübergreifend anbieten Gebetsgruppen fehlen, z.B. auch für geistliche Berufungen Fronleichnam für die Gesellschaft sichtbar gemeinsam begehen Mit dem eigenen Leben Zeugnis abgeben; auf den Glauben stolz sein

AG Kinder / Jugend

Positiv: Kinder sind da!
Negativ: Nach Kita, Erstkommunion und Firmung keine Bindung an die Gemeinde

Wünsche, Ideen, Anregungen

Miteinbeziehen der Kinder in den Sonntagsgottesdienst

  • Jugendgottesdienste, altersgerechte Musik und Liedauswahl im Gottesdienst
  • Jugendrunde, Offener Begegnungstreff für Kinder, Jugendliche und Eltern
  • 1x jährliche „Raumfahrt“ (im Pastoralen Raum)
  • externer „Raumjugendseelsorger“ (Sozialpädagoge) als Ansprechpartner für Kinder, Jugend, Eltern, Infopunkt zur gegenseitigen Unterstützung
  • Jugendarbeit = Schwerpunkt!

AG Liturgie / Geistliches Leben

Ist

An allen Standorten: monatliche Kindergottesdienste bzw. Minikirche In Marien: Herz-Jesu-Freitag, Herz-Mariä-Samstag Wort-Gottes-Feiern (z.T. in Seniorenheimen, z.T. ökumenisch) Rorate-Messen, Rosenkranz, Kreuzweg, Maiandacht eucharistische Anbetung an verschiedenen Standorten, Krankenkommunion durch Priester und Gottesdienstbeauftragte Bibelkreise, Kinder-Bibelnachmittag vielfältige Gruppen und Verbände, „Café Konrad“, Familienkreise, Besuchsgruppen, Seniorenkreise, Lektoren, Sorge für Blumenschmuck Kirchenmusik?

Wünschenswert

z.B.: Taizé-Gebet, Friedensgebet, Stundengebet

AG Öffentlichkeitsarbeit

Es existieren

drei Pfarrbriefe/Wochenblätter und drei Homepages. Sie sind mehr oder weniger aktuell und wenden sich vorwiegend an Gottesdienstbesucher. In den sozialen Medien ist keine Pfarrei präsent.

Zukunftsoptionen
  • gemeinsame Homepage; gemeinsamer Pfarrbrief (ca. dreimal im Jahr, mit Leitthema, wenig Rückblicken), der möglichst alle kath. Haushalte erreicht; dazu aktuelle Wochenblätter
  • Corporate identity für die künftige Pfarrei incl. Logo und einheitlichem Auftritt (optional für ganz Spandau) Unterschied: Werbung für Veranstaltungen – Präsenz der Kirche in der Öffentlichkeit; inhaltliche Vorstellung erarbeiten: An wen richten wir uns womit? An die Katholiken in Spandau? An die Christen (Ökumene)? An alle Interessierten? An die Spandauer Öffentlichkeit?
  • Kanal zu den Jugendlichen aufbauen – Soziale Medien!
  • Interne Kommunikationsstruktur/-kultur aufbauen, Kultur der Wertschätzung einüben; Ehrenamtlichenbörse
  • Infopunkt in der Spandauer Innenstadt (mit Ladenlokal, Café, etc.)

Zusammenfassung: Franz-Josef Esser

Februar 2019

Der Pastoralausschuss auf Sozialraumerkundung

Die Mitglieder des Pastoralausschusses machten sich am ersten Samstag im Advent, dem 1. Dezember, per Bus auf eine „Sozialraumerkundung“. Wir besuchten nicht Kirchen und Gemeindezentren, sondern typische Wohnviertel in unserer künftigen gemeinsamen Pfarrgemeinde. Wobei wir die Altstadt Spandau als bekannt voraussetzten und nicht anfuhren. Organisiert hatte die Tour David Riebschläger. Danke!

Start war am U Bahnhof Siemensdamm in der Pfarrei St. Joseph, von da aus ging es zum Halemweg. Die Häuser dort gehören zu den ehemaligen Wohnungsbauten für Siemens-Mitarbeiter. Heute leben hier viele Familien in finanzieller Not. Auf der Straße trafen wir den evangelischen Pfarrer Michael Maillard; seine Einschätzung des Sozialraums: Es ist schwer, Menschen für die Kirche zu gewinnen.

Beim Vorüberfahren warfen wir einen Blick auf die alte Siemens-Hauptverwaltung. Hier soll ein neuer Campus mit 3000 Wohnungen entstehen.

Im Lutherkiez in der Spandauer Neustadt – entstanden am Ende des 19. Jahrhunderts in der Zeit des industriellen Aufschwungs in Spandau ‑ erläuterte Barbara Nowak die Geschichte und die aktuelle soziale Lage: Es wohnen heute sehr viele Familien mit ausländischem Hintergrund hier, die meisten arabischer und türkischer Herkunft. Die Verweildauer im Kiez ist nicht lang, viele Menschen leben von Hartz IV oder sind Aufstocker. Bezirk und Kirchen machen soziale Angebote im Kiez: Quartiersmanagement, Mädchentreff, der gemeinnützige Verein Kommunikation und Aktion für Frauen “Eulalia Eigensinn“, das evangelische „Paul-Schneider-Haus“; als katholischer Beitrag mag die nicht so weit entfernte Suppenküche des Dekanats Spandau im Gemeindehaus von Maria, Hilfe der Christen gelten, die vollständig von Ehrenamtlichen betrieben wird.

Zufällig war Pfarrer Stefan Kuhnert an der Lutherkirche. Er erläuterte uns seine Sicht des sozialen Raumes und ließ uns einen Blick in die Kirche werfen, die in den 1990er-Jahren umgebaut wurde. Ein Teil des Kirchengebäudes enthält jetzt Mietwohnungen. Wir hörten die neue Orgel, an der Kirchenmusikerin Erika Engelhardt gerade für das Orgelkonzert am Nachmittag übte. Denn auch die Kirchenmusik ist ein Schwerpunkt der evangelischen Gemeinde dort.

Szenenwechsel zu den Pepita-Höfen in Hakenfelde: Hier werden aktuell circa 1000 Wohneinheiten gebaut. Die evangelische Wichern-Radeland-Gemeinde hat zusammen mit der Gemeinde Maria, Hilfe der Christen begonnen, Neuzugezogenen ein Begrüßungsschreiben und beide Gemeindebriefe in den Briefkasten zu stecken. Im Advent gaben die Gemeinden dort ein kleines Straßenkonzert mit adventlicher Bläsermusik.

Insgesamt werden in den nächsten 20 Jahren ca. 30.000 Wohneinheiten in der Wasserstadt und anderen Neubaugebieten im Bereich des Pastoralen Raumes entstehen.

Im Kontrast dazu spazierten wir zur Waldsiedlung Hakenfelde, entstanden zwischen 1914 und 1925 und heute eine Siedlung mit vielen Kindern. Hier liegt das von der Pfarrgemeinde Maria, Hilfe der Christen getragene St. Elisabeth Seniorenheim, wo wir zu Mittag aßen. Das 1928 gebaute Haus war mit seiner Hauskapelle Keimzelle der St.-Lambertus-Gemeinde, bis diese 1975 ihr jetziges Gemeindezentrum in der Cautiusstraße erhielt.

Durch den Spandauer Forst und über die Steinerne Brücke – zu Mauerzeiten gesperrte Grenze ‑ ging es nach Schönwalde-Glien in der Pfarrei St. Konrad. Hier fuhren wir leider nur durch.

In Falkensee erläuterte uns Thomas Zylla, 1. Beigeordneter und Baudezernent von Falkensee, die soziale Struktur. Die Stadt – benannt mit dem Kunstwort Falkensee aus Falkenhagen und Seegefeld ‑ hat heute 45.000 Einwohner, die Einwohnerzahl hat sich seit der Wende verdoppelt. 80% der Einwohner sind zugezogen, oft aus dem Westen. Für 2030 wird mit 50.000 Einwohnern gerechnet. Die Grundstückspreise sind enorm gestiegen, die Mieten sind ebenfalls sehr teuer geworden. Die meisten Häuser sind Einfamilienhäuser. Soziale Notlagen treten versteckt auf. Aber es gibt sie.

Der Bahnhof von Dallgow-Döberitz, früher zwischen den Ortschaften Rohrbeck und Dallgow gelegen, ist das neue Zentrum, auf dem gerade ein Weihnachtsmarkt stattfand. Jochen Wettach gab ortskundig Auskunft. Jetzt wissen wir auch, dass Döberitz heute kein Ort mehr ist, sondern nur eine historische Reminiszenz: Das Dorf musste Ende des 19. Jahrhunderts einem Truppenübungsplatz weichen. Zur Kirchengemeinde gehören auch Elstal (Kommune Wustermark) und Seeburg (Kommune Dallgow-Döberitz). Die Zahl der Katholiken ist traditionell nicht hoch, aber steigt durch Neugezogene an. Es gibt viele Kinder, Kitas und sogar ein Gymnasium.

Mit der letzten Station, wieder in der Pfarrei St. Joseph, schloss sich der Kreis. Zum Abschluss erwartete uns Pfarrer Dr. Hans Hausenbiegl an der Gartenfelder Straße / Paulsternstraße und gab einen Einblick in die Verhältnisse in Haselhorst.

Vielen im Pastoralausschuss war gar nicht klar, in welchem Ausmaß die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner im Raum unserer künftigen neuen Pfarrgemeinde noch wächst. Die Unterschiedlichkeit in den Lebenssituationen der Menschen, die hier leben, war beeindruckend. Für das Pastoralkonzept, das der Pastoralausschuss im Jahr 2019 erstellen wird, gab es wichtige Hinweise und Anregungen. Der Tag hat sich gelohnt.

Tessa Bertram, Franz-Josef Esser

  • Katholische Kirchengemeinde
    St. Konrad v. Parzham
  • Ringpromenade 73
    14612 Falkensee
  • (03322) 35 17
  • (03322) 212 12 20
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