licht

Wo Glauben Raum gewinnt

Für St. Konrad stehen Entscheidungen an

Pastoraler Weg

Mit seinem Hirtenbrief am 1. Advent 2012 hatte der damalige Berliner Erzbischof, Kardinal Woelki, angesichts der sinkenden Priesterzahlen und anderen strukturellen Veränderungen den Prozess "Wo Glauben Raum gewinnt" im Erzbistum Berlin angestoßen.

Alle Gemeinden sind aufgerufen, sich zur Bildung Pastoraler Räume bereit zu machen.

Hierbei geht es nicht um einfache Fusionen, sondern um einen tiefergehenden Prozess, der trotz und wegen der bevorstehenden Herausforderungen das Leben aus dem christlichen Glauben im Erzbistum Berlin zukunftsorientiert erneuern soll.

In St. Konrad haben Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand bereits 2013 einen gemeinsamen Ausschuss gebildet, in dem auch weitere Gemeindemitglieder mitarbeiten. Dieser Ausschuss hat in den letzten Jahren umfangreiche Vorarbeiten geleistet. Neben vielen persönlichen Gesprächen mit den Gremienvertretern und Ausschüssen aus unseren Nachbargemeinden von Nauen bis Spandau gab es vor allem eine intensive Bestandsaufnahme, was unsere Gemeinde St. Konrad eigentlich ausmacht und welche Vision für die Zukunft wir haben. Ergebnis war nach einer großen Fragebogenaktion, die auf eine erfreulich große Resonanz in der Gemeinde stieß, der Beschluss eines Leitbildesdurch den Pfarrgemeinderat im Jahre 2015, in dem pastorale Grundsätze für unsere Gemeinde St. Konrad beschrieben wurden. Mit diesen pastoralen Grundsätzen konnte der Ausschuss in der Folge seine weiteren Gespräche führen. An einigen Sitzungen nahmen auch fachkundige Mitarbeiter des Erzbischöflichen Ordinariates teil, von denen hilfreiche Unterstützung kam.

Angesichts der "Speckgürtellage" von Falkensee ist vor allem die Frage zu beantworten, ob man sich eher in Richtung Westen/Nauen orientieren will oder eher in Richtung Osten/Spandau. Falls man sich nach Spandau orientiert, stellt sich dann die Frage, welche der dort existierenden Gemeinden für eine Zusammenarbeit in Frage kommen.

In den Gesprächen mit den Nachbargemeinden zeigte sich, dass die Überlegungen der Nachbargemeinden sehr unterschiedlich liefen.Teilweise waren die Überlegungen sehr ähnlich strukturiert und an pastoralen Grundsätzen orientiert wie in St. Markus, teils zielten sie eher auf rein organisatorische Punkte zur möglichst weitgehenden Beibehaltung des heutigen Zustands. Der Ausschuss hat diese Gespräche soweit geführt und erste Tendenzmeldungen aus den Nachbargemeinden mit berücksichtigt, dass am 28. Februar 2016 eine gemeinsame Klausurtagungvon PGR, KV und Ausschuss stattfinden konnte. Bei dieser Tagung wurde ein ausführlicher Überblick über die vergangenen drei Jahre gegeben und das Ergebnis einer vorläufigen Meinungsbildung im Ausschuss referiert. Dieses Ergebnis (siehe unten) wurde nach intensiver Diskussion sodann mit großer Mehrheit (17 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen) bestätigt. Es wurde der Gemeinde im Rahmen einer Pfarrversammlung am Sonntag, 17. April erläutert. Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat müssen noch zustimmen mit der Abgabe eines förmlichen Votums gegenüber dem Erzbischöflichen Ordinariat. Beide Gremien tagen in der Woche nach dem Patronatsfest St. Konrad.

Kurz zusammengefasst, geht die grundsätzliche Tendenz in "Richtung Spandau". In den Gesprächen mit den Nachbargemeinden zeigten sich dort deutlich größere pastorale Gemeinsamkeiten als mit Nauen. Auch äußere Faktoren wie z.B. die Entfernungen und die Verkehrsanbindungen sprechen für diese Variante. Zwar gibt es mit den Spandauer Gemeinden heute schon einige intensive Kontakte z.B. von St. Konrad mit St. Markus. Allerdings zeigte sich in den Gesprächen, dass mit der Gemeinde "Maria Hilfe der Christen" (St. Marien, Spandau) deutlich stärkere gemeinsame Vorstellungen über die pastorale Zukunft bestehen. Während in St. Markus die feste Absicht besteht, einen Verbund mit den Gemeinden St. Wilhelm und Mariä Himmelfahrt (Kladow) zu bilden und St. Konrad auf Wunsch hierbei auch noch einbezogen werden könnte, gibt es in "Maria Hilfe der Christen" von vornherein  eine viel offenere Grundhaltung. Dies gilt insbesondere auch für die Frage, ob die Brieselanger Gemeinde bzw. möglicherweise auch nur Teile von ihr (z.B. Dallgow) mit in einen Pastoralen Raum integriert werden könnte. Eine klare Absage gibt es hingegen aus St. Markus für Überlegungen, ggf. einen "Großraum Spandau" unter Einbeziehung von Falkensee und Brieselang zu bilden.

Welche der möglichen Varianten im Spandauer Raum in Frage kommt, hängt maßgeblich auch von den weiteren Gesprächen mit den dortigen Pfarrgemeinden und deren Vorstellungen ab. Wie die oben genannte Abstimmung zeigte, wird derzeit der Bildung eines Pastoralen Raumes unter Einbeziehung der Gemeinde "Maria Hilfe der Christen" und — soweit von dort gewünscht — auch der Gemeinde Brieselang der Vorzug gegeben.

Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und Ausschuss sind sehr daran interessiert, möglichst alle Gemeindemitglieder über die anstehenden Entscheidungen zu informieren und ihre Anregungen aufzugreifen. Hierzu hat die Pfarrversammlung am 17. April 2016 eine gute Gelegenheit geboten. Gerne stehen die Gremienmitglieder weiterhin für Gespräche zur Verfügung.

Frank Rupprecht
(Ausschuss "Wo Glauben Raum gewinnt")